Ich bin Politikwissenschaftler und arbeite seit 2019 an der Volkshochschule Altenburger Land in Altenburg und Schmölln. Als pädagogischer Mitarbeiter gestalte und entwickle die Programmbereiche „Politik und Gesellschaft“ sowie „Kultur und Gestalten“, verantworte die Öffentlichkeitsarbeit und leite die Geschäftsstelle in Schmölln. In diesem Blog veröffentliche ich hin und wieder Beiträge zu den Themen Volkshochschule, politische Bildung und Erwachsenenbildung. Zudem berichte ich über meine aktuellen Projekte. Meine weiteren Online-Profile sind im Menü verlinkt. Ich freue mich über Kontaktaufnahme!
„Akademie in der Aula“ im Frühjahr 2026
Am 2. März startet die Vortragsreihe Akademie in der Aula in der Volkshochschule Altenburg ins Frühjahrssemester. Ich freue mich sehr darauf, bis zum Juni 2026 an insgesamt fünf Montagen wieder tolle Gäste mit interessanten Themen begrüßen zu dürfen: den Erlanger Politikwissenschaftler Philipp Winkler mit einem Vortrag zum Israel-Palästina-Konflikt; Dörte Ernst und Steffi von dem Fange vom Lernort Weimar e.V. mit einem Vortrag über die nationalsozialistischen Eugenikverbrechen in Thüringen; den Berliner Politikwissenschaftler Priv.-Doz. Dr. Achim Brunnengräber mit einem Vortrag über Atommüll als gesellschaftliche Herausforderung für die Demokratie; die Erfurter Philosophin Prof. Dr. Bärbel Frischmann mit einem Vortrag über Politik und Angst; und den Greifswalder Politologen Prof. Dr. Hubertus Buchstein mit einem Vortrag über das Verhältnis von wehrhafter Demokratie und Parteiverbot.
Ich freue mich auf spannende Vorträge mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern!
Politischer Jahresrückblick im Podcast „45 Minuten Thüringen“
Das vergangene Jahr war in Thüringen auch politisch prall gefüllt: gleich zwei Haushaltsbeschlüsse, die Rettung der kommunalen Hallenbäder, die Grundsteuerreform, das novellierte Erwachsenenbildungsgesetz – und eine Regierung, die im Landtag über keine eigene Mehrheit verfügt. In der aktuellen Ausgabe des Podcasts 45 Minuten Thüringen der Thüringer lokalen Fernsehsender durfte ich einen Rückblick auf das politische Jahr 2025 werfen. Viel Spaß beim Hören!
Thüringen verstetigt die Mittel für politische Bildung, Integration und Digitalisierung in der Erwachsenenbildung
Der Thüringer Landtag hat in seiner heutigen Sitzung eine zukunftsweisende Änderung des Thüringer Erwachsenenbildungsgesetzes beschlossen. Auf Initiative der Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD und mit Unterstützung der oppositionellen Fraktion Die Linke wurde die Finanzierung dreier zentraler Felder der Erwachsenenbildung auf stabilen Boden gestellt.
Dabei geht es konkret um die politische Bildung, die Integration von Migrantinnen und Migranten sowie die digitale Teilhabe. In diesen Aufgabenbereichen stellte der Freistaat Thüringen bereits in den vergangenen Jahren umfangreiche Zuschüsse für die 22 kommunalen Volkshochschulen, die 13 anerkannten freien Träger der Erwachsenenbildung und die drei Heimvolkshochschulen bereit. So hatten Landtag und Landesregierung beispielsweise im Jahr 2020 mit der Einführung der „Richtlinie Politische Bildung“ eine jährliche Projektförderung von zuletzt 1,4 Mio. € aufgelegt, mit deren Hilfe die 38 Einrichtungen zahlreiche Bildungsangebote wie Vorträge, Seminare und Workshops, Exkursionen oder Ausstellungen auf die Beine stellen konnten.
Mit der nun beschlossenen Gesetzesreform erkennt die Thüringer Politik an, dass politische Bildung, Integration und Digitalisierung Daueraufgaben der Erwachsenenbildung sind. Daher werden dis bisherigen drei Projektförderungen in die sogenannte „Grundförderung“ der Erwachsenenbildungseinrichtungen überführt und die entsprechenden Sockelbeträge erhöht, die die Einrichtungen jährlich aus Landesmitteln erhalten.
Die Bildungseinrichtungen gewinnen damit Planungssicherheit, können endlich qualifiziertes Personal langfristig binden und auch mehrjährige Bildungsangebote entwickeln. Zudem wird der Aufbau und die Pflege lokaler Netzwerke und Kooperationen erleichtert, was insbesondere in der politischen Bildung und der Alphabetisierungsarbeit eine notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige Wirkung der Bildungsanstrengungen ist.
Positiver Nebeneffekt der Gesetzesnovellierung ist ein reduzierter Verwaltungsaufwand sowohl auf Seiten der Einrichtungen als auch auf Seiten des Bildungsministeriums. Darüber hinaus wurde auf Vorschlag der Fraktion Die Linke die Förderung von Alphabetisierungsmaßnahmen für sekundäre und funktionale Analphabeten um sonstige Angebote der Grundbildung erweitert. Damit erhalten die Volkshochschulen, die freien Träger der Erwachsenenbildung und die Heimvolkshochschulen ab 2026 bessere Möglichkeiten, Kurse zu Themen wie etwa zur Vermittlung digitaler Alltagskompetenzen anzubieten.
Hier geht’s zum ursprünglichen Gesetzentwurf der Regierungskoalition vom 11. Juni 2025 sowie zur Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses des Thüringer Landtages vom 21. November 2025.
„Akademie in der Aula“ im Herbst 2025/26
Die Vortragsreihe Akademie in der Aula in der Volkshochschule Altenburg startet am 1. September ins Herbstsemester. Ich freue mich sehr darauf, bis zum Februar 2026 an insgesamt sechs Montagen wieder tolle Gäste mit interessanten Themen begrüßen zu dürfen:
die Göttinger Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Theres Matthieß mit einem Vortrag zu Wahlversprechen; die Erfurter Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Sophia Hoffmann mit einem Vortrag über die deutschen Nachrichtendienste; die Journalisten Steffen Dobbert und Ulrich Thiele mit einer Vorstellung ihres aktuellen Buches Nord Stream. Wie Deutschland Putins Krieg bezahlt; den Jenaer Politikwissenschaftler Prof Dr. Michael Dreyer mit einem Vortrag über den „Vater der Weimarer Verfassung“ Hugo Preuß; die Eisenacher Ethnologin Dr. Juliane Stückrad mit einem Vortrag über Grenzlanderfahrungen und die Jenaer Historikerin Prof. Dr. Kim Siebenhüner mit einem Vortrag über koloniales Erbe in Thüringen.
Ich freue mich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher der Vorträge!
Vortragsreihe „Akademie in der Aula“ für Weiterbildungspreis 2025 nominiert!
Die Vortragsreihe „Akademie in der Aula“ an der Volkshochschule Altenburger Land wurde in der Kategorie „Demokratie“ für den Deutschen Weiterbildungspreis 2025 nominiert!
Einmal im Monat begrüßen wir Gäste aus Wissenschaft, Journalismus und Literatur in der altehrwürdigen Aula unserer Volkshochschule in Altenburg zu einem Vortrag oder einer Buchvorstellung zu Themen aus Politik, Gesellschaft und Geschichte mit anschließender Diskussion. Im Jahr 2019 habe ich diese Reihe entwickelt und darf sie seitdem leiten und moderieren. Einen Rückblick auf alle bisherigen Veranstaltungen gibt es im Veranstaltungsblog.
In der Nominierung heißt es unter anderem: „Mit der Akademie in der Aula hat die vhs Altenburger Land ein anspruchsvolles, niedrigschwelliges Bildungsformat etabliert, das wissenschaftliche Expertise mit lokaler Identität verbindet. (…) Sechs Jahre nach ihrer Gründung ist die Akademie in der Aula längst eine Institution. (…) Sie steht für politische Bildung mit Tiefgang und Nähe zur Lebenswirklichkeit.“
Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung! Zum Preis als „Vorbild der Weiterbildung 2025“ hat es zwar nicht ganz gereicht. Umso herzlicher gratuliere ich allen Preisträgerinnen und Preisträgern, die am 17. September auf dem 10. Deutschen Weiterbildungstag in Berlin ausgezeichnet werden!
AfD möchte Angebote der politischen Bildung abschaffen, die sie selbst ausgiebig nutzt
Seit einigen Jahren fördert der Freistaat Thüringen Angebote der politischen Bildung an den Volkshochschulen und bei den freien Trägern der Erwachsenenbildung. Die bereitgestellten Mittel ermöglichen beispielsweise an der Volkshochschule Altenburger Land die monatliche Vortragsreihe
„Akademie in der Aula“ in Altenburg, Tagesexkursionen zu Institutionen wie dem Landtag oder Orten der Demokratiegeschichte wie Weimar, Schwarzburg und Erfurt sowie Filmvorführungen mit Diskussion im „vhs-Kino“ in Schmölln. Durch die Landeszuschüsse kann die vhs diese Angebote kostenfrei bzw. zu einem sehr geringen, sozialverträglichen Entgelt anbieten.
Auch die „Kommunalpolitischen Grundkurse“, die regelmäßig vor Kommunalwahlen für die Kandidierenden sowie nach den Wahlen für die neuen Amts- und Mandatsträger angeboten werden, sind durch die Förderung des Freistaats für die Teilnehmenden kostenlos. Wer sich ehrenamtlich kommunalpolitisch engagieren möchte, soll an der Volkshochschule für seine „Grundausbildung“ in Kommunalverfassung und Verwaltungsrecht nicht auch noch bezahlen müssen.
All diese Angebote hält die Thüringer AfD jedoch für schädlich und gefährlich und hat daher versucht, die finanzielle Landesunterstützung ersatzlos zu streichen. In der aktuellen Haushaltsdebatte stellte sie einen Antrag mit dem vielsagenden Titel Sinnstiftende Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit anstatt Geschlechterideologie, Frühsexualisierung und politische Indoktrination und Separierung von Sondergruppen. Darin fordert sie, dass politische Erwachsenenbildung „die freie und mündige Urteilsbildung der Bürger zum Ziel haben“ und daher „allgemein und (partei-)politisch neutral bleiben“ müsse. Die Bildungsangebote dürften nicht der „Bekämpfung unliebsamer oder oppositioneller Meinungen“ dienen und weder „Regierungspropaganda“ noch „Klientelförderung“ betreiben.
Laut AfD-Antrag erfüllen die Thüringer Volkshochschulen und freien Bildungsträger diese Anforderungen jedoch nicht:
„Ein großer Teil der mit diesem Untertitel finanzierten Projekte weckt Zweifel daran, dass hier eine neutrale und sachliche politische Erwachsenenbildung gefördert wird. Vielmehr ist angesichts beispielsweise von einschlägigen VHS-Programmen zu befürchten, dass die hier geförderten Projekte der politischen Indoktrination und der Etablierung betreuten Denkens unter dem Deckmantel der politischen Bildungsarbeit dienen. Für derartige Zielsetzungen dürfen Steuergelder in einem pluralistischen Rechtsstaat nicht ausgegeben werden.“
Seltsamerweise macht die AfD jedoch von den so kritisierten Bildungsangeboten selbst ausgiebig Gebrauch. An der Volkshochschule Altenburger Land zumindest nahm ein großer Teil der AfD-Kommunalpolitiker, die im vergangenen Jahr zu den Kommunalwahlen antraten, an den kommunalpolitischen Grundkursen „Fit fürs Mandat“ fleißig teil, um sich auf ihre Aufgaben als Gemeinderats- oder Kreistagsmitglieder oder ihre angestrebten (aber nicht gewonnenen) Ämter als Landrat oder Bürgermeister vorzubereiten.
Auch an der Vorbereitung der Online-Kommunalwahlhilfe VOTO, die die Volkshochschule zu den Altenburger Oberbürgermeister- und Stadtratswahlen 2024 entwickelte, beteiligte sich die AfD ohne Bedenken oder gar Widerspruch, sodass sich die Wahlberechtigten auch über die Standpunkte der AfD ausgiebig informieren konnten.
Wurden die AfD-Mitglieder im Altenburger Land also Opfer „der politischen Indoktrination und der Etablierung betreuten Denkens“, wie die Landtagsfraktion fürchtet? Hat die Parteiführung versäumt, ihre lokalen Mitglieder davor zu warnen, dass die Volkshochschulen „Regierungspropaganda“ betreiben? Oder beteiligte sich die AfD gar an der von ihr so kritisierten „Klientelförderung“?
Oder aber bekämpft die AfD auf der Landtagsbühne mit populistischer Rhetorik und dem antidemokratischen Kampfbegriff der „Neutralität“ demokratische, überparteiliche Angebote der politischen Bildungsarbeit, deren Qualität sie sehr wohl zu schätzen und zu nutzen weiß?
„Akademie in der Aula“ im Frühjahr 2025
Am kommenden Montag (17. Februar) startet die Vortragsreihe Akademie in der Aula in der Volkshochschule Altenburg ins Frühjahrssemester. Ich freue mich darauf, wieder tolle Gäste mit interessanten Themen begrüßen zu dürfen. Auf dem Programm haben wir unter anderem die vorgezogene Bundestagswahl, das 500-jährige Jubiläum des Bauernkrieges in Thüringen, die US-Politik seit dem neuerlichen Wahlsieg Donald Trumps und einiges mehr. Ich freue mich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher der Vorträge!
Podcast „45 Minuten Thüringen“
Kürzlich war ich in der Premierenausgabe des Podcasts 45 Minuten Thüringen zu Gast. Thema: Ein Rückblick auf das politische Jahr 2024 in Thüringen. Der Podcast wird von Altenburg TV in Kooperation mit allen lokalen Fernsehsendern in Thüringen produziert. Schaut bzw. hört gerne rein!
Forschungsdaten
Bei Interesse an den Replikationsdaten zu meinen früheren Forschungsarbeiten erbitte ich Kontaktaufnahme per E-Mail.